Frauenring: Nach Arbeitsgespräch zu Gewaltschutz bleiben viele Fragen offen

Frauenministerin Susanne Raab lud heute zu einem Runden Tisch zum Thema Gewaltschutz – der Österreichische Frauenring als Dachorganisation der österreichischen Frauenvereine war jedoch nicht eingeladen. „Wir bedauern, dass die Frauenministerin uns nicht eingeladen hat. Dass grundsätzlich ein dringender Handlungsbedarf erkannt wurde, sehen wir durchaus auch als Erfolg des Frauenrings“, so Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Angekündigt ist nun eine Gesamtstrategie unter einem Dach, das offenbar noch „erfunden“ werden muss, auch der Zeitrahmen bleibt ungewiss. „Für uns bleiben zahlreiche Fragen offen. Wie sollen Femizide etwa evaluiert werden, wenn keine Daten vorhanden sind, sich beispielsweise eine Frau anonym an eine Beratungsstelle gewandt hat? Erfolgt die Analyse auch für Betretungsverbote und Mordversuche? Was passiert mit gefährlichen Tätern, die noch keine Anzeige haben, oder auf freien Fuß angezeigt werden und nicht in U-Haft kommen? Wie können Frauen in dieser Zeit verstärkt geschützt werden? Welche Programme gibt es für mitbetroffene Kinder und Angehörige, die Femizide und Mordversuche mitansehen müssen und schwer traumatisiert sind? Viele Frauen wenden sich hilfesuchend an Einrichtungen, aber die Angst vor weiterer Gewalt oder im Stich gelassen zu werden ist groß. Oft verüben Männer nach einer Trennung oder Scheidung einen Femizid – welche konkreten Maßnahmen können hier ergriffen werden? Welche Maßnahmen werden gesetzt, um die Verurteilungsrate zu erhöhen und die Einstellung der Anzeigen zu reduzieren?“, so Maria Rösslhumer, stellvertretende Vorsitzende des Frauenrings.

Der Frauenring begrüßt speziell die angesprochene Sensibilisierung in Arztpraxen, wo Details noch ausstehen. „Insgesamt ist für uns klar, dass angesichts der vielen Femizide in Österreich nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden kann. Wir appellieren an die gesamte Regierung, das Thema jetzt strategisch und mit der gebotenen Ernsthaftigkeit anzugehen“, so Frieben.

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