„Kinderpornografie“ ist schweres Gewaltverbrechen an Kindern

Wien, 16.1.2023. Der Verein AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und der Österreichische Frauenring sind zutiefst erschüttert über den Umgang mit dem jüngst bekannt gewordenen Fall Teichtmeister. Diese rund 58.000 Fotos sind alles Aufnahmen realer sexueller Gewalt, dahinter stehen reale sexuell missbrauchte Kinder. Wir unterstützen daher die Forderung der Betroffenenplattform: Kinder, die Opfer von Darstellungen sexueller Gewalt im Internet wurden, sollen umfassende Schadenersatzansprüche gegen alle jenen Personen stellen können, die solche Videos und Aufnahmen erzeugen und konsumieren. Die Behörde hat – soweit irgendwie möglich – alle Opfer auszuforschen und ein Verfahren gegen deren Peiniger – dazu zählen eben auch die Konsumenten im Internet – anzustrengen.

Verschweigen und Vertuschen ist Behördenversagen

Skandalös ist auch ist die Reaktion des Umfelds, der Arbeitgeber, der Politik, der Justiz: Der – bereits geständige – Verdächtige wird lediglich als Süchtiger dargestellt, anstatt als Gewalttäter. Das ist eine weitere Verharmlosung der Gewalt und Täterschutz. Medienberichten zufolge war er bereits früher gewalttätig seiner Ex-Lebensgefährtin gegenüber, die diesbezüglich Anzeige gegen ihre Gewalterfahrungen und auch bezüglich der entdeckten Aufnahmen, Anzeige erstattet hatte. Auch sprach Teichtmeisters Anwalt Michael Rami, der gleichzeitig Verfassungsrichter ist, von einem „rein digitalen Delikt“. Angesichts dieser Verharmlosung schwerer realer Straftaten fordern wir, dass ein Verfassungsrichter, als Hüter der Rechtsstaatlichkeit, nicht gleichzeitig Anwalt eines Sexualstraftäters sein kann. All das ist eine Verhöhnung der Opfer und aller von sexueller Gewalt betroffenen Kinder.

Geschäftsmodell Darstellung sexueller Gewalt gegen Kinder

Sogenannte „Kinderpornografie“ ist schwere Gewalt an Kindern: Es ist Vergewaltigung und Missbrauch von Kindern jeden Alters, von Babys über Kleinkinder bis zu Teenagern und das Filmen und Fotografieren dieser Taten. Vielfach kommen die Kinder aus desolaten sozialen Verhältnissen und sind oft Opfer von Kindesentführungen, Waisenkinder oder Flüchtlingskinder. Allein im vergangenen Jahr sind 7700 Flüchtlingskinder verschwunden, es ist zu befürchten, dass auch diese Kinder Opfer von Internet-Gewalt werden. Wir fordern auch diesbezüglich Aufklärung und Fahndung dieser Kinder. Dahinter steht ein Geschäftsmodell weltweiter Verbrecher-Ringe und die Vielzahl an Männern, die diese Gewaltaufnahmen konsumieren, sind die Auftraggeber dieser Straftaten und damit Mittäter. 

Beiträge zum Thema

Wählen Sie eine oder mehrere Kategorien aus. Ohne Auswahl werden alle Artikel angezeigt.

Themen filtern

Hier findest du Presseaussendungen und Blogartikel über unsere Arbeit und unsere Positionen zu unterschiedlichen Themen.

  • Arbeit und Soziales

Nein zur Wehr- und Stellungspflicht für Frauen!

Die Bundesheerkommission plant, ab 2030 eine Stellungspflicht für Frauen. Wozu eigentlich? Geht die Kommission davon aus, dass dann der Gender Pay Gap und der Gender Pension Gap auf NULL gesunken…

Weiterlesen über Nein zur Wehr- und Stellungspflicht für Frauen!
  • Gewaltschutz

Femizide stoppen

Zwei Femizide innerhalb weniger Tage. Das neue Jahr beginnt mit einer schwarzen Woche für Frauen. Das Patriarchat zeigt sich gerade von seiner schlimmsten Seite. Männer haben entschieden, dass das Leben…

Weiterlesen über Femizide stoppen
  • Arbeit und Soziales

Reden wir übers Geld! Transparenz schafft Gerechtigkeit

Gemeinsam für Transparenz: Für mehr Einkommensgerechtigkeit will die Allianz für Lohntransparenz NEU das Schweigen über Gehälter in Betrieben brechen. Einkommensgerechtigkeit ist Teamarbeit: Allianz für Lohntransparenz NEU Die Allianz für Lohntransparenz…

Weiterlesen über Reden wir übers Geld! Transparenz schafft Gerechtigkeit
  • Flucht und Migration

Ja zur Selbstbestimmung! Nein zum „Kopftuchverbot“!

Das Bildungsministerium hat einen Gesetzesentwurf zur Stärkung der Selbstbestimmung von unmündigen Mädchen an Schulen mittels Einführung eines Kopftuchverbots im Schulunterrichtsgesetz vorgelegt. Zentraler Punkt ist ein Verbot des Tragens des sogenannten…

Weiterlesen über Ja zur Selbstbestimmung! Nein zum „Kopftuchverbot“!
  • Arbeit und Soziales
  • Familie
  • Gewaltschutz
  • Reproduktive Rechte

50 Jahre Familienrechtsreform: Meilenstein für Frauen und viele Baustellen

„Am 1. Juli 1975 wurde die größte Familienrechtsreform in Österreich beschlossen, die den Mann als Oberhaupt der Familie abschaffte und Frauen endlich Selbstbestimmung ermöglichte. Ein Meilenstein gegen das Patriarchat, erkämpft…

Weiterlesen über 50 Jahre Familienrechtsreform: Meilenstein für Frauen und viele Baustellen