Frauenring: Frauenpolitischer Aufbruch muss jetzt beginnen!

„Die neue Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm zahlreiche frauenpolitische Maßnahmen vorgesehen, die wir als dringend notwendig erachten. Aufgrund der budgetären Situation steht sie jedoch vor großen Herausforderungen. Wichtig ist nun, nicht kurzsichtig zu handeln und bei den Frauen zu sparen“, so Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings zum Internationalen Frauentag.

Trotz zahlreicher erkämpfter Errungenschaften sind Frauen in Österreich weiterhin klar benachteiligt – etwa im Beruf, bei der Verteilung der unbezahlten Arbeit oder bei Einkommen und Vermögen. Das belegen der Gender Pay Gap (18 %), der Gender Pension Gap (41 %) und der Gender Care Gap (43 %). Hinzu kommt die wachsende Armutsgefährdung bei den Alleinerzieher*innen und fehlende Kinderbildungs- und Pflegeeinrichtungen, die Frauen eine Erwerbstätigkeit erschweren.

Auch die anhaltende Gewalt gegen Frauen zeigt, dass Österreich dringend weitere Anstrengungen unternehmen muss, um Frauen zu schützen und ihnen eine selbstbestimmte Existenz zu ermöglichen.

Gewaltschutz-, Frauenorganisationen und Frauen- und Mädchenberatungsstellen leisten unverzichtbare Arbeit und sind erste Anlaufstelle für Frauen in Krisensituationen – hier muss eine Kürzung der Mittel tabu sein. „Das Frauenbudget darf auf keinen Fall gekürzt werden und muss zumindest die gleiche Höhe wie 2024 aufweisen“, fordert Frieben. Auch Kürzungen im Sozialsystem dürfen jetzt kein Thema sein – diese gehen immer auf Kosten der Frauen.

„Wir schauen hoffnungsvoll auf diese breit aufgestellte Bundesregierung. Ökonomische Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und ein gewaltfreies Leben aller Frauen sind Ziele einer fortschrittlichen Frauenpolitik. Wir setzen auf die Bereitschaft der Regierung, mit feministischen Expert*innen an nachhaltigen Lösungen für alle Frauen in unserem Land zu arbeiten“, so Frieben.

 

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