16. Femizid: Frauenring fordert frauenpolitische Neuausrichtung

„Wir sind tief betroffen über den 16. mutmaßlichen Femizid in diesem Jahr. Österreich ist weiterhin ein Land der Frauenmorde“, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

16 Femizide und 32 Mordversuche hat es 2023 in Österreich laut der Statistik des Vereins Autonome österreichische Frauenhäuser (AÖF) bis jetzt gegeben. Täter ist meist der (Ex-)Partner. „Männergewalt an Frauen hat System, aber dieses wird geduldet, ja sogar totgeschwiegen. Österreich will offensichtlich Frauen nicht schützen, denn die Maßnahmen der Regierung sind zahnlos. Wir nehmen die Wucht der Männergewalt an Frauen nicht mehr hin und fordern einen radikalen Wandel mit einem ganzheitlichen Gleichstellungs- und Gewaltpräventionsansatz, der nicht unter 250 Millionen jährlich zu bewältigen ist“, kritisiert auch Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF und stv. Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

„Unsere Forderungen nach einem eigenen Krisenstab und umfassenden Investitionen in den Gewaltschutz liegen seit Langem auf dem Tisch. Angesichts des 16. Femizids ist es aber auch Zeit daran zu erinnern, dass Gewalt an Frauen aus Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen entsteht. Österreich steht in fast allen Statistiken zur Gleichstellung äußerst schlecht da – ob das die Kinderbetreuung, den Gender Pay Gap oder die hohe Armutsgefährdung von Frauen im Alter betrifft. Die aktuelle Teuerungskrise setzt Frauen weiter unter Druck – und die Regierung bleibt hier tatenlos. Eine echte Frauenpolitik, die auf die eigenständige Existenzsicherung von Frauen setzt, ist also dringender nötig denn je“, appelliert Klaudia Frieben an die Bundesregierung.  

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